Logbuch

Wer die Wahl hat, hat die Qual

CO2 Anlage

Brauchen wir überhaupt eine CO2-Anlage für unser Becken oder brauchen wir keine? Wenn wir eine brauchen, welche soll es sein? Welcher Anbieter und was muss drin und dran sein?
Eine Frage im Aquariumforum →hat nicht wirklich viele erhellende Antworten gebracht und auch die Suche in anderen Foren war nicht so richtig hilfreich. In den Foren finden sich seitenweise Texte zum Thema CO2 und alle widersprechen sich gerne mehr oder weniger deutlich. Da die Meinungen häufig mit religiösem Eifer verkündet werden, macht das Informieren nicht so richtig Spaß. Hier ist jeder schlauer als alle Anderen und ich bleibe dumm auf der Strecke.
Trotzdem – eine Entscheidung muss her und ich beschreibe mal, welche wir getroffen haben und warum. Ob die Entscheidung richig war: wir sind frohen Mutes und werden berichten!

“Druckminderer“
Ja. Wir wollen eine CO2 Anlage. Da wir viele und reichlich Pflanzen (und eher weniger Fischlein) einsetzen wollen, ist die CO2 Düngung mit hoher Wahrscheinlichkeit hilfreich. Mit unserer relativ hohen Karbonathärte des Leitungswasser (12-13) und einem pH-Wert um 7 kommt rein rechnerisch →rund 20mg/L CO2 aus der Leitung. Das würde reichen – ohne zusätzliche Düngung. Aber wenn die Pflanzen reichlich CO2 verbrauchen, wird es weniger und der pH-Wert dürfte hoch gehen. Genau das ist auch relativ schnell eingetreten. Von 7,2 auf 7,8 – nicht dramatisch, aber messbar. Mit der CO2-Anlage tummeln wir uns jetzt bei 7,0 bis 7,2. Hier testen wir noch die Einstellung.

Bio-CO2 haben wir eigentlich sofort ausgeschlossen. Zu viel Arbeit, zu unpraktisch, zu variabel, zu klein – für uns.
Also ne Druckflasche muss her, 2kg soll sie haben und dazu dann Druckminderer, Magnetventil, Rücklaufsicherung und ein Diffusor. Die Markenfirmen wie JBL oder Dennerle scheinen hier nicht gerade das beste Preis-Leistungsverhältnis zu haben. Die Flasche ist immer die gleiche, die Schläuche auch. Das Magnetventil soll nicht brummen und der Druckminderer muss seine Arbeit tun. Sollte ohne Zauberkraft und Handauflegen zu machen sein. Aus dem Tauchsport kenne ich Druckflaschen – allerdings muss der Druckminderer da mit 200bar klar kommen. Bei den CO2-Flaschen sind es nur 50-60 bar. Das macht die Sache für die Technik sicher weniger anspruchsvoll.
Die 50bar werden auf einen Arbeitsdruck von 1,5bar reduziert und dann lässt ein kleines Nadelventil nur so viel CO2 durch, wie wir möchten. Ablesen lässt sich das an der Zahl der Blasen in einem mit Wasser gefüllten Röhrchen – dem „Blasenzähler„. Das feine Regulieren der Blasenzahl ist übrigens der anspruchsvollste Vorgang für den Aquarista.

Damit sich möglichst viel CO2 im Wasser löst, wird das gasförmige CO2 möglichst lange mit dem Wasser in Kontakt gebracht. Kleine Flipper, Treppchen… es gibt ne Menge Methoden. Wir haben jetzt einen Außenreaktor im Schrank. Der hängt zwischen dem Filterausgang und dem Wassereinlass im Aquarium. Angeblich ist das die effektivste Methode. Auf jeden Fall sieht man von dieser Lösung nix im Becken und das ist objektiv ein Vorteil.
“Außenreaktor“
“Dauertest“
Dann blieb noch die Überlegung, ob eine pH-Wert Steuerung sinnvoll ist. Machen wir jetzt erstmal nicht. Wir messen eh die Wasserwerte recht oft und haben damit den CO2-Gehalt gut im Griff. Eine pH-Elektrode, die regelmäßig gewartet und kalibriert werden muss, können wir noch immer nachlegen. Die Vorstellung, ein Messfehler bei der pH-Elektrode würde zu eine Vergiftung der Fische durch zu viel CO2 führen, hat bei der Entscheidung auch eine Rolle gespielt.

Gekauft haben wir die Anlage für runde 200,- EUR bei US-Aquaristik →. Super Beratung am Telefon und blitzschnell angekommen. Besser geht das nicht mehr.
Einen kleinen Wunsch lässt die Anlage von US-Aquaristik offen: es fehlt eine einfache Entlüftungsmöglichkeit für den Blasenzähler. Ich wollte den Schlauch nicht mit Gewalt abziehen und dann wieder blitzschnell aufstecken müssen. Dabei ist die Entlüftung am Außenreaktor so genial – den kleinen Hahn hätte ich am Blasenzähler auch gerne. Macht aber nicht wirklich viel aus, denn der Blasenzähler füllt sich langsam aber sicher mit Wasser – ohne Eingriff. Also ein rein kosmetisches Problem am ersten Tag.

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